Baden-Württemberg - Das Personal der Gemeinden 2009

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02.06.2010

Das Personal der Gemeinden 2009

Für die kommunalen Haushalte sind die Personalausgaben ein entscheidender Faktor. Denn hierbei handelt es sich um eine Position, die Jahr für Jahr einen großen Teil der Mittel bindet und die einen maßgeblichen Einfluss darauf hat, wie viel Geld einer Kommune für Investitionen bleibt. Im Jahr 2005 gaben die Kommunen in Baden-Württemberg rund 4,9 Mrd. Euro für ihr Personal aus – vier Jahre später lag man bei über 5,3 Mrd. Euro, also ein Anstieg um rund 9 Prozent.

Anstieg beim Personal im Jahr 2009
Das Statistische Landesamt hat festgestellt, dass zum 30. Juni 2009 die Gemeinden und Landkreise inklusive ihrer Eigenbetriebe insgesamt 180.123 Personen beschäftigt haben. Das entspricht einem Plus von 3.402 Personen (knapp 2 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Da stellt sich die Frage, ob die regelmäßig beklagten finanziellen Engpässe auf kommunaler Ebene zumindest ein Stück weit hausgemacht sind. Allerdings wurde ein Großteil des „neuen“ Personals im Bereich der Kindertageseinrichtungen eingestellt. Und dies dürfte bedingt sein durch das Kinderförderungsgesetz des Bundes, mit dem die Betreuungssituation von Kindern unter drei Jahren verbessert werden soll.

Alle Daten finden Sie hier in einer Übersicht oder sie erhalten diese gerne auch auf Anforderung von uns. Wir möchten darauf hinweisen, dass wir aus datenschutzrechtlichen Gründen die Zahl der Auszubildenden leider nicht mehr wie gewohnt veröffentlichen können.

Es handelt sich bei dieser Übersicht nicht um eine „Bestenliste“ oder dergleichen. Sinn und Zweck der Übersicht ist, dass vor Ort im Austausch zwischen Verwaltung, Gemeinderat und Bürgern Aufgabenkritik geübt wird.

Personalintensität als entscheidende Größe
Die Beschäftigtenzahlen werden in der Übersicht in Vollzeitäquivalenten wiedergegeben. Dies dient der besseren Vergleichbarkeit. Die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten und die der Teilzeitbeschäftigten wird dazu unter Berücksichtigung des tatsächlichen Arbeitszeitfaktors summiert. In der Übersicht richtet sich die Reihenfolge der Kommunen nach der Personalintensität. Diese drückt das Verhältnis zwischen Vollzeitäquivalenten und Einwohnerzahl aus. Nach unserer Auffassung hat der daraus resultierende Wert umgerechnet auf 1.000 Einwohner eine gewisse Aussagekraft, bei einer Prüfung, ob nicht doch eventuell ein zu großer Personalapparat vorgehalten wird.

Da die Führung von Tageseinrichtungen für Kinder unter kommunaler Trägerschaft besonders personalintensiv ist, werden die Vollzeitäquivalente im Bereich Kindergärten gesondert ausgewiesen. Zudem gehen sie auch nicht in die Berechnung der Personalintensität mit ein, da ansonsten Kommunen mit ausschließlich oder überwiegend kirchlichen Kindergärten erheblich "günstiger" abschneiden würden.

Die Zahlen für die Übersicht mit dem Stand 30. Juni 2009 haben wir vom Statistischen Landesamt erhalten. Damit die Entwicklung der vergangenen Jahre ersichtlich ist, wurden die Werte aus dem Jahr 2005 zum Vergleich mit aufgenommen.

Wie gewohnt werden die Kommunen in unserer Übersicht nach Größenklassen untergliedert, da ansonsten ein Vergleich schwer möglich wäre. So haben zum Beispiel die Stadtkreise neben den Gemeindeaufgaben auch Kreisaufgaben wahrzunehmen. Außerdem werden von größeren Kommunen auch häufig personalintensive Angebote vorgehalten, die vom „Umland“ mit in Anspruch genommen werden, wie z. B. Museen, Theater, etc.

Einige weitere Aspekte müssen bei solchen interkommunalen Vergleichen auch noch berücksichtigt werden. So zum Beispiel, ob es sich bei der entsprechenden Kommune um eine Fremdenverkehrsgemeinde handelt. Gerade Kur- und Badeorte sowie die Touristenhochburgen im Südschwarzwald oder am Bodensee weisen zum Teil eine sehr hohe Personalintensität aus, da dort häufig personalintensive Einrichtungen vorgehalten werden.

Von Bedeutung ist darüber hinaus, inwieweit eine Kommune Mitglied einer Verwaltungsgemeinschaft bzw. Sitz eines Gemeindeverwaltungsverbandes ist oder sich mit anderen Ge-meinden zu einem Zeckverband zusammengeschlossen hat. Dann wird möglicherweise Personal, das zwar in einer beteiligten Kommune seine Arbeit verrichtet, jedoch nicht unbedingt in deren Stellenplan berücksichtigt.

Statistisch nicht berücksichtigt werden kann das Personal, das bei Einrichtungen in privater Rechtsform, wie zum Beispiel einer kommunalen Tochtergesellschaft, beschäftigt ist. Auch dieser Umstand kann das Ergebnis bei einer Kommune beeinflussen.

Personalbestand zurückfahren
Abschließend bleibt der Appell an die Kommunen, die Höhe ihres derzeitigen Personalbestandes zu prüfen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist eine verstärkte Ausgaben- und Aufgabenkritik vorzunehmen. Auch unpopuläre Maßnahmen, wie die Reduzierung des Personalbestandes, dürfen kein Tabu sein.

Einen ausführlichen ergänzenden Artikel zum Thema "Personalstandstatistik – Was ist bei Vergleichen von Gemeindeergebnissen zu beachten?", der uns freundlicherweise vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt wurde, finden Sie hier .
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